Dijsselbloem-Interview im Handelsblatt

Jeroen Dijsselbloem. Bild: Wikipedia Creative Commons.

Jeroen Dijsselbloem.

Der Mann ist Politiker der sozialdemokratischen Arbeitspartei (PvdA – Partij van de Arbeid), hat aber wirtschaftspolitisch vernünftige Ansichten, von denen deutsche Politiker links der Mitte etwas lernen können. In der Wochenendausgabe des Handelsblatts fordert der Chef der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Djisselbloem, nachhaltiges Wirtschaften nicht nur von den bekannten Krisenstaaten, sondern auch von Deutschland und Frankreich. Das Interview bringt Fans kontinuierlich steigender Staatsausgaben zur Ankurbelung des Wachstums, dass sich daraufhin nie einstellt, auf die Palme. Wir warten gespannt auf die Antwort der deutschen SPD-Genossen.

Einige Zitate:

Nehmen Sie zum Beispiel mein Land: Wir müssen eine schwere Immobilienkrise bewältigen. Ich fände es ziemlich seltsam, wenn wir dafür Geld aus Brüssel bekämen.

Euro-Staaten sollten nur dann mehr Zeit bekommen für die Haus­halts­konsolidierung, wenn sie Strukturreformen in Angriff nehmen.

Zur Haushaltssanierung und Reform der Rentenversicherung in Frankreich:

Es bleibt abzuwarten, ob sich Frankreich an die Absprachen hält. […] Es ist offensichtlich, dass Frankreich mehr tun muss.

Zum deutschen Leistungsbilanzüberschuss:

Eine traditionell exportorientierte Nation wie die Niederlande kann darin kein Problem sehen. Deutschland ist keine Insel. Holland, Polen und andere Länder beliefern die deutsche Exportindustrie und haben ihren Anteil an ihrem Erfolg. Das ist wunderbar für uns alle.

Zur Untersuchung der Europäischen Kommission des deutschen Leistungsbilanzüberschusses:

Vielleicht werden wir am Ende feststellen, dass wir solche Analysen nicht mehr brauchen.

Und schließlich zum Sinn der Nachhaltigkeit:

Die OECD meint, dass Europa sein Wachstums­potential um ein Fünftel erhöhen könnte, wenn nötige Strukturreformen in Angriff genommen werden.

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