Minder-Initiative Schaffhausen Irland Managervergütungen Unternehmensstandort

Verwählt: Irland und Großbritannien lösen die Schweiz als Unternehmensstandort ab

Dieser Beitrag ist zuerst auf der Seite der Huffington Post erschienen

Minder-Initiative Schaffhausen Irland Managervergütungen Unternehmensstandort

© semmickphoto – Fotolia.com

Aktuell zeigt sich in der Schweiz, wie ein Land die eigene Volkswirtschaft ruinieren kann. Und das bereits durch eine einzige Maßnahme. Selbst wenn es um ein hehres Ziel ging wie die soziale Gerechtigkeit. Was die Schweiz jetzt noch retten kann.

Vor gut einem Jahr, im März 2013, stimmten 68 Prozent der Eidgenossen per Volksabstimmung „Gegen die Abzockerei“. Diese fand nicht nur bei vielen Schweizern, sondern auch bei anderen Westeuropäern, die sich um wirtschaftliche Gleichheit sorgten, große Zustimmung.

Die Folge der Abstimmung: Abfindungen oder Begrüßungsgelder für Topmanager sind nun verboten. Zwar ist eine weitere potenzielle „Katastrophe“, die Deckelung der Managergehälter, nach einer erfolglosen zweiten Volksabstimmung im Herbst 2013 vorläufig vom Tisch. Doch der größte anzunehmende Unfall ist schon eingetreten: Der Ruf der Schweiz als attraktiver Unternehmensstandort ist dauerhaft ruiniert!

Konzerne ziehen um

Deutlich wurde dies vor wenigen Tagen, als der Mischkonzern Tyco (Umsatz: 20 Milliarden Dollar, Marktwert: 19 Milliarden Dollar) ankündigte, seinen Hauptsitz von Neuhausen im Kanton Schaffhausen nach Irland zu verlegen. Die Begründung: Die Schweiz sei zu unberechenbar geworden.

Hintergrund ist, dass Tyco an der New Yorker Börse notiert ist. Die Gepflogenheiten und rechtlichen Anforderungen dort sind mit den neuen Schweizer Regeln nicht mehr so leicht zu vereinbaren. Juristen warnen, dass bei im Ausland kotierten Firmen die Aktionäre gleich zweimal über die gleichen Managervergütungen abstimmen müssen, um sowohl den amerikanischen als auch den Schweizer Gesetzen gerecht zu werden.

Kettenreaktion absehbar

Dass es tatsächlich die schlechten Rahmenbedingungen und nicht etwa Steuern sind, weshalb Konzerne wie Tyco aus der Schweiz flüchten, zeigt sich am Beispiel von Weatherford International (Umsatz: 15 Milliarden Dollar, Marktwert: 16 Milliarden Dollar). Der Hersteller von Ausrüstungsgütern für die Erdöl- und Erdgasgewinnung verlegte sein Hauptquartier erst vor fünf Jahren von Houston in die Schweiz. Jetzt kommt der Umzug aus der Schweiz nach Irland, wobei die Firma allerdings nach wie vor Steuern in der Schweiz zahlen wird, also keinen steuerlichen Vorteil daraus zieht. Das Common Law in Irland verträgt sich einfach besser mit dem an der New Yorker Börse gültigen Common Law.

Weatherford ist kein Einzelfall. Pentair (Umsatz: 7,5 Milliarden Dollar, Marktwert: 14 Milliarden) hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, ebenfalls die Schweiz zu verlassen. Andere potenzielle Umzugskandidaten sind Foster Wheeler (Umsatz 3,3 Milliarden Dollar, Marktwert: 3,3 Milliarden Dollar), Garmin (Umsatz: 2,6 Milliarden Dollar, Marktwert: 10 Milliarden Dollar) oder Allied World Assurance (Umsatz: 2,2 Milliarden Dollar, Marktwert: 3,6 Milliarden Dollar).

Britische Konkurrenz

Im Gegensatz zur Schweiz haben sich Irland und Großbritannien in den letzten Jahren große Mühe gegeben, in die erste Liga der attraktivsten Unternehmensstandorte aufzusteigen. Wie es der Zufall will gerade rechtzeitig, um von der Schweiz enttäuschte Unternehmen willkommen heißen zu können.

Diese Anstrengungen machen sich nun bezahlt. Es sind nicht nur Flüchtlinge aus den Alpen, die sich auf den britischen Inseln niederlassen wollen. Selbst der amerikanische Pharmariese Pfizer plant seinen britischen Konkurrenten AstraZeneca zu übernehmen und dann eine Gesellschaft englischen Rechts zu werden. Zwar ist Pfizer in der ersten Runde gescheitert, dürfte es aber nach Ablauf der Übernahmewartefrist erneut versuchen. Noble Energy war erst im Jahr 2009 aus der Karibik in die Schweiz umgezogen und erwägt jetzt einen Umzug nach England.

Goldgedeckter Franken als Rettung

Britische Unternehmensberater werden von Anfragen überschüttetet: PricewaterhouseCoopers (PwC) hat mehr als 100 multinationale Kunden, die ihren Sitz nach England verlegen wollen, KPMG hat weitere 94. Bei Ernst & Young sind es nochmal 60. Es sind keineswegs nicht nur Finanzfirmen. KPMG hat in erster Linie Industrieunternehmen und nur acht Finanzfirmen unter den 94.

Der Zug für die Schweiz scheint abgefahren zu sein. Retten kann sie jetzt bestenfalls noch das Volksbegehren „Rettet unser Schweizer Gold“ bringen. Denn ein goldgedeckter Franken wäre zu Zeiten unbeschränkter Anleihenkäufe durch EZB und Fed ein echter Stabilitätsbeweis, der das verlorene Vertrauen wieder herstellen könnte.

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EU Staubsauger

Keine Angst vor Brüsseler Staubsauger-Bürokraten

EU Staubsauger

© JanMika – Fotolia.com

Seit nach den Glühbirnen nun auch leistungsfähige Staubsauger als Klimakiller verboten wurden frage ich mich, wie lange es wohl dauern wird, bis eine marktwirtschaftliche Lösung des Problems kommt. Denn eine alte Faustregel besagt: sobald eine Vorschrift erlassen wird, gibt es jemand, der sie geschickt und clever umgeht. Es muss ja nicht immer gleich Republikflucht sein, durch die sich Bürger über unsinnige bis menschenunwürdige Vorschriften hinwegsetzen. Gerade bei technischen Geräten gibt es einfache aber trotzdem effektive Vermeidungsstrategien, die im Spektrum in der Grauzone zwischen halb- bis ganz legal liegen. Aufgrund der Komplexität der Technik ist es der Bürokratie in einem Rechtsstaat kaum möglich, solche Vermeidungsstrategien zu verhindern.

Ähnlich wird es wohl auch bei Staubsaugern laufen. Der eine oder andere Hersteller wird vielleicht Gerate vertreiben, deren Leistung sich durch einen minimalen Eingriff erhöhen lässt. Vielleicht kann man ja auch zwei erlaubte 900 Watt Staubsauger irgendwie verbinden und so die eigentlich verbotene Leistung von 1.800 Watt erreichen. Vielleicht ist es ja erlaubt, einen Bausatz zu verkaufen. Und da Ausnahmen für Industriestaubsauger gelten, kann man annehmen, dass sich viele Haushalte bald Industriestaubsauger zulegen. Wenn auch das nicht geht, werden Anleitungen im Internet kursieren, wie man einen Leistungssauger aus Einzelteilen herstellen kann.

All das wäre nichts Revolutionäres: schon vor Jahrzehnten wurden Mofas und Mopeds verkauft, die von Halbwüchsigen mit Zugang zu einer haushaltsüblichen Bohrmaschine frisiert werden konnten. Trotz streng regulierten Waffenbesitzes kursieren im Internet bekanntlich Anleitungen, wie man mit einem 3D-Drucker eine zwar funktionsfähige, wenn auch beim augenblicklichen Stand der Technik nicht ohne Verletzungsgefahr nutzbare Pistole drucken kann. Radios mit Empfangsfrequenzen im Polizeifunkbereich durften jahrelang „nur für den Export“ verkauft werden, bis auch diesem Trick ein Riegel vorgeschoben wurde. Doch zu Zeiten softwaredefinierter Empfangsgeräte, wo sich 20-Euro USB DVB-T-Empfänger mit ein bisschen Computerkenntnis auf jede beliebige Frequenz einstellen lassen, sind solche Verbote reine Theorie.

Selbst staatliche Abhörversuche haben eine Gegenbewegung ausgelöst. Verschlüsselung von Emails hat nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch bei Privatpersonen Hochkonjunktur. Auf Kryptoparties wird entspreche Software einem weiten Publikum zugänglich gemacht.

Nicht nur der Staat wird vom Erfindungsgeist der Menschen überrascht. Auch Hersteller von allerlei technischen Geräten wie Routern oder teuren Infrarotkameras müssen mit Schrecken feststellen, dass technisch versierte Nutzer die Billigversionen ihrer Modellpalette kaufen und dann durch einfache Softwareänderung auf die Leistung der oberen Preisklasse aufmöbeln. Handyhersteller stellen die Aktualisierung ihrer Software ein, um dem Verbraucher ein neues Gerät zu verkaufen – doch findige Handybesitzer holen sich ein aktuelles Betriebssystem aus dem Internet und vermeiden einen teuren Neukauf.

Kurzum: keine Angst vor der Bürokratie. Je technisch raffinierter die Welt wird, desto weniger durchsetzbar sind Verbote. Der Markt reagiert auf jede Lücke und Grauzone, von denen es umso mehr gibt, je öfter die Bürokratie interveniert. Sie wird über kurz oder lang zum Papiertiger verkommen.

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spin-off Steuern Abspaltung

Unternehmensabspaltungen (Spin-off): Vermögenssteuer durch die Hintertür

spin-off Steuern Abspaltung

Quelle: PeterFranz / pixelio.de

Der Finanzminister erlebt derzeit, von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, einen unerwarteten Geldsegen. Seine Ursache liegt in den Unternehmensabspaltungen (spin-offs), die gerade von vielen amerikanischen und auch einigen europäischen Unternehmen durchgeführt werden. Bei inländischen Abspaltungen, wie kürzlich der Osrams von Siemens, gibt es keine steuerlichen Auswirkungen. Statt einer Aktie besitzt man zwei, die zusammen den gleichen Wert haben wie die ursprüngliche Aktie. Schlecht sieht es dagegen für deutsche Anleger aus, wenn sich ausländische Unternehmen spalten. Das wird vom Finanzamt grundsätzlich als Sachausschüttung gewertet und besteuert. Begründung: die steuerlichen Charakteristika der ausländischen Muttergesellschaft entsprechen möglicherweise nicht den deutschen Anforderungen für eine steuerfreie Abspaltung. Sicherheitshalber langt das Finanzamt zu.

Derzeit geht eine Welle von Unternehmensrestrukturierungen durch amerikanische Unternehmen. “In der modernen Zeit gehen amerikanische Unternehmen alle 30 Jahre durch ein Periode von Abspecken und Restrukturieren,” zitiert die Financial Times den Gründer von Skybridge, Anthony Scaramucci. “In den 80er Jahren geschah dies durch den Druck der Übernahmen, heute durch aktive Investoren. Alle 30 Jahre werden Unternehmen fett, sie werden träge.”

Für deutsche Sparer wird das teuer, denn die Liste der potentiellen Abspaltungen allein für die Monate Mai und Juni ist lang und hat einen hohen Marktwert:

  • Rayonier Inc. (Marktwert 5,8 Milliarden Dollar)
  • Timken Co (Marktwert 5,8 Milliarden Dollar)
  • The Ensign Group (Marktwert 960 Millionen Dollar)
  • Time Warner / Time (Marktwert 62 Milliarden Dollar)
  • Simon Property (Marktwert 54 Milliarden Dollar)
  • Exelis (Marktwert 3,2 Milliarden Dollar)
  • National Oilwell Varco (Marktwert 35 Milliarden Dollar)
  • NorthStar Realty Finance (Marktwert 5,3 Milliarden Dollar)
  • Oil States International / Civeo (Marktwert 5,3 Milliarden Dollar)
  • Tribune (Marktwert 7,4 Milliarden Dollar)
  • Fidelity National Financial (Marktwert 9,2 Milliarden Dollar)

Insgesamt spalten sich also in nur zwei Monaten Unternehmen im Wert von rund 192 Milliarden Dollar auf. Ein Teil davon dürfte auch deutschen Anlegern gehören, die den Wert der abgespaltenen Unternehmen als Dividenden versteuern müssen. Obwohl sie im Gegensatz zu einer echten Dividende kein Geld erhalten, und auch sonst ihre Investition nicht liquidiert haben. Letztlich handelt es sich hier also um eine Vermögenssteuer durch die Hintertür.

Es gab bereits Bestrebungen, die steuerliche Behandlung ausländischer Abspaltungen derer inländischer anzugleichen. Jedoch konnten sich Bund und Länder nicht auf die Verteilung der Steuerausfälle einigen. Zweifellos wird die Verteilung der Einnahmen einfacher, wenn bald durch die erhöhte Abspaltungsaktivität die Einnahmen sprudeln.

Manche Steuerberater sollen ihren Kunden raten, gegen die Einschätzung des Finanzamts, es handele sich um eine Sachausschüttung, Widerspruch einzulegen. Sollten viele Anleger auf diesen Rat hören, droht den Ämtern eine Widerspruchswelle. Der Gesetzgeber könnte allein dadurch zum Handeln gezwungen sein.

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Depfa Pfandbrief Privatisierung Soffin

DEPFA-Privatisierung: Staat verschenkt Millionen Euros

Depfa Pfandbrief Privatisierung Soffin

© B. Wylezich – Fotolia.com

Dieser Beitrag ist zuerst auf der Huffington Post erschienen.

Was deutsche Politiker von den amerikanischen lernen können, zeigt die geplante Privatisierung der staatlichen Beteiligungen an der Deutschen Pfandbriefbank (DEPFA).

Medienberichten zufolge versucht derzeit der Bund, die Deutsche Pfandbriefbank (DEPFA), zu privatisieren, an der er durch die Soffin und HRE indirekt beteiligt ist. Die Privatisierung ist notwendig, weil er nach einer Abmachung mit der EU diese als illegale staatliche Beihilfe gewertete Beteiligung bis Ende dieses Jahres abstoßen muss. Als Käufer werden derzeit mehrere Konsortien von Hedgefonds genannt: ein europäisches um den ehemaligen UBS-Chef Oswald Grübel sowie zwei Gruppen aus den USA, die eine um Daniel Loebs Third Point, die andere aus derzeit nicht bekanntgegebenen Fonds.

Zwei weitere Konsortien bestehend aus Och-Ziff und Blackstone sowie J.C. Flowers und Apollo sollen in der Vergangenheit geboten haben, scheinen aber inzwischen nicht mehr dabei zu sein. Andere Fonds wie Lone Star, Cerberus, und KKR wurden vor einiger Zeit dem Kreis der Interessenten zugerechnet. Es ist aber nicht klar, ob sie wirklich Interesse hatten oder nur als die üblichen Verdächtigen genannt wurden.

Anteile werden verschleudert

Hedgefonds haben in den letzten Jahren vermehrt in traditionelle Finanzunternehmen investiert. Manche haben Rückversicherungen gegründet, wie beispielsweise Third Point Reinsurance (Third Point) oder SAC Re (Steve Cohens SAC Capital). Die Idee dabei war, eine dauerhafte Kapitalbasis zu schaffen, die von den Fonds verwaltet wird.

Beim Kauf der DEPFA könnten solche Gedanken auch im Spiel sein. Wahrscheinlicher aber ist, dass die potentiellen Käufer auf einen wirtschaftlichen Aufschwung setzen, der die Problemkredite in der Bilanz kuriert. Denn fest steht: Das reine Pfandbriefgeschäft von Kreditvergabe an die öffentliche Hand und Immobilien interessiert angesichts der neuen, hohen Eigenkapitalanforderungen kaum jemand. Es ist schlicht nicht rentabel genug für Hedgefonds. Es sei denn, man kauft die DEPFA extrem billig.

Auf Kosten der Steuerzahler

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum die DEPFA ausgerechnet an verhasste Finanzinvestoren verscherbelt werden soll. Offenbar findet sich kein strategischer Käufer – sprich: Banken haben keinen Appetit auf Fusionen. Aber warum ausgerechnet Hedge- und Private Equity Fonds? Über deren Renditevorstellungen schimpfen Politik und Presse sonst immer, sie seien unmoralisch und überzogen.

Wie kommen diese Renditen zustande? Die klassischen Strategies wie Restrukturierung oder Wachstum werden angesichts des Wettbewerbsdrucks im Pfandbiefmarkt kaum in Frage kommen. Bei hohen Dividendenausschüttungen auf Pump werden die Aufsichtsbehörden nicht mitspielen. Bleibt also nur noch ein niedriger Kaufpreis mit Börsengang in 3-5 Jahren. Wenn man eine Rendite von 20 Prozent im Jahr anstrebt muss der Kaufpreis so niedrig angesetzt werden, dass man die Depfa in drei Jahren mit 73 Prozent Gewinn verkaufen muss, oder in fünf mit 149 Prozent Gewinn. Dieser niedrige Verkaufspreis wiederum geht auf Kosten der Allgemeinheit!

Von den Amis lernen

Dabei hätte der Finanzminister durchaus eine Möglichkeit, einen höheren Preis für den Steuerzahler zu erzielen: einen Börsengang. Der kommt früher oder später sowieso, die Frage ist nur, ob jetzt zugunsten der Steuerzahler oder in ein paar Jahren zugunsten der Finanzinvestoren. Aber wer mit den verhassten Finanzmärkten nichts zu tun haben will, muss um diese Lösung natürlich einen weiten Bogen schlagen und die Gewinnchance an andere abtreten.

Wie erfolgreich eine Privatisierung per Börsengang sein kann, hat gerade erst die amerikanische Regierung mit Ally Financial gezeigt, dem ehemaligen Finanzierungsarm von General Motors, der im Jahr 2009 gerettet wurde. Ally hatte zuvor bereits 15,3 Milliarden der 17,2 Milliarden Hilfsgelder zurückgezahlt. Mit der Neuemission nimmt der amerikanische Staat nochmals 2,5 Milliarden ein, was ihn in die Gewinnzone bringt. Außerdem hält der Staat nach der Börsenplatzierung weiterhin rund 15 Prozent der Anteile im Wert von derzeit über 1,5 Milliarden Dollar, hat also mit Ausstieg per Börsengang aus der Rettungsaktion einen hübschen Gewinn erzielt.

Bei der DEPFA wird der deutsche Steuerzahler wohl unterm Strich einen Verlust erleiden. Und wenn die Politik nicht so eine irrationale Abneigung gegen Finanzmärkte hätte, würde der Verlust wohl um ein paar hundert Millionen Euro niedriger ausfallen.

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