EU Staubsauger

Keine Angst vor Brüsseler Staubsauger-Bürokraten

EU Staubsauger

© JanMika – Fotolia.com

Seit nach den Glühbirnen nun auch leistungsfähige Staubsauger als Klimakiller verboten wurden frage ich mich, wie lange es wohl dauern wird, bis eine marktwirtschaftliche Lösung des Problems kommt. Denn eine alte Faustregel besagt: sobald eine Vorschrift erlassen wird, gibt es jemand, der sie geschickt und clever umgeht. Es muss ja nicht immer gleich Republikflucht sein, durch die sich Bürger über unsinnige bis menschenunwürdige Vorschriften hinwegsetzen. Gerade bei technischen Geräten gibt es einfache aber trotzdem effektive Vermeidungsstrategien, die im Spektrum in der Grauzone zwischen halb- bis ganz legal liegen. Aufgrund der Komplexität der Technik ist es der Bürokratie in einem Rechtsstaat kaum möglich, solche Vermeidungsstrategien zu verhindern.

Ähnlich wird es wohl auch bei Staubsaugern laufen. Der eine oder andere Hersteller wird vielleicht Gerate vertreiben, deren Leistung sich durch einen minimalen Eingriff erhöhen lässt. Vielleicht kann man ja auch zwei erlaubte 900 Watt Staubsauger irgendwie verbinden und so die eigentlich verbotene Leistung von 1.800 Watt erreichen. Vielleicht ist es ja erlaubt, einen Bausatz zu verkaufen. Und da Ausnahmen für Industriestaubsauger gelten, kann man annehmen, dass sich viele Haushalte bald Industriestaubsauger zulegen. Wenn auch das nicht geht, werden Anleitungen im Internet kursieren, wie man einen Leistungssauger aus Einzelteilen herstellen kann.

All das wäre nichts Revolutionäres: schon vor Jahrzehnten wurden Mofas und Mopeds verkauft, die von Halbwüchsigen mit Zugang zu einer haushaltsüblichen Bohrmaschine frisiert werden konnten. Trotz streng regulierten Waffenbesitzes kursieren im Internet bekanntlich Anleitungen, wie man mit einem 3D-Drucker eine zwar funktionsfähige, wenn auch beim augenblicklichen Stand der Technik nicht ohne Verletzungsgefahr nutzbare Pistole drucken kann. Radios mit Empfangsfrequenzen im Polizeifunkbereich durften jahrelang „nur für den Export“ verkauft werden, bis auch diesem Trick ein Riegel vorgeschoben wurde. Doch zu Zeiten softwaredefinierter Empfangsgeräte, wo sich 20-Euro USB DVB-T-Empfänger mit ein bisschen Computerkenntnis auf jede beliebige Frequenz einstellen lassen, sind solche Verbote reine Theorie.

Selbst staatliche Abhörversuche haben eine Gegenbewegung ausgelöst. Verschlüsselung von Emails hat nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch bei Privatpersonen Hochkonjunktur. Auf Kryptoparties wird entspreche Software einem weiten Publikum zugänglich gemacht.

Nicht nur der Staat wird vom Erfindungsgeist der Menschen überrascht. Auch Hersteller von allerlei technischen Geräten wie Routern oder teuren Infrarotkameras müssen mit Schrecken feststellen, dass technisch versierte Nutzer die Billigversionen ihrer Modellpalette kaufen und dann durch einfache Softwareänderung auf die Leistung der oberen Preisklasse aufmöbeln. Handyhersteller stellen die Aktualisierung ihrer Software ein, um dem Verbraucher ein neues Gerät zu verkaufen – doch findige Handybesitzer holen sich ein aktuelles Betriebssystem aus dem Internet und vermeiden einen teuren Neukauf.

Kurzum: keine Angst vor der Bürokratie. Je technisch raffinierter die Welt wird, desto weniger durchsetzbar sind Verbote. Der Markt reagiert auf jede Lücke und Grauzone, von denen es umso mehr gibt, je öfter die Bürokratie interveniert. Sie wird über kurz oder lang zum Papiertiger verkommen.

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